Sonntag, 6. März 2016

Die wiedergefundene Backliebe: Mandel-Mohn-Kuchen

Manchmal hat man das Gefühl, die eigene Passion für ein Hobby zu verlieren. Die Motivation dafür ist weg und hat sich fast in Luft aufgelöst. Misserfolge in der Vergangenheit haben hier vor allem ihre Auswirkungen gezeigt. Eine Tätigkeit, der man vor noch nicht all zu langer Zeit noch liebend gerne nachgegangen ist, weckt in einem nur noch Unbehagen.


So ist es mir wohl mit dem Backen gegangen. Ich habe eine Zeit über wahnsinnig gerne gebacken. Es mussten immer wieder neue Rezepte ausprobiert und eigene kreiert werden. Vor allem die Herausforderung "normale" Rezepte zu veganisieren hatte in mir sozusagen den Backgeist geweckt. Geeignete Alternativen für Eier, Milch und Butter finden, ohne dass das Aussehen oder der Geschmack darunter leiden müssten. Es hatte mir wirklich Spaß gemacht. Meistens waren die Experimente von Erfolg gekrönt. Aber dann auf einmal funktionierte einfach gar nichts mehr. Die Rezepte wollten und wollten einfach nicht mehr funktionieren. Die Backformen hatten sich scheinbar gegen mich verbündet und zogen nun in den Krieg. Die Folge waren Kuchen mit nicht all zu dezenten Röstaromen und flüssigen Kern. Wie oft saß ich wie ein kleines Kind vor dem Ofen und hatte den Gott des Backens angefleht mir doch noch einmal einen kleinen Erfolg zu gönnen. Allerdings waren diese Gebetsversuche erfolglos. Jedes Mal aufs Neue schwor ich nie wieder zu backen. Allein schon wegen der Angst ich könnte irgendwann einmal die Küche in Brand setzen.


Nachdem mein Lieblingsmann sich durchgesetzt hatte und wir uns eine neue Alugussform im Aldi gekauft hatten, probierte er sich an einem neuen Rezept aus. Es funktionierte bei ihm einwandfrei. Der Kuchen machte also schon fast das, was von ihm erwartet wurde. Etwas eingeschnappt und ermutigt zu gleich, gab ich meinen Backkünsten nochmal eine Chance bevor ich sie in die hintersten Ecken meines Kopfes verbannen würde. Ehrlich gesagt war ich erst nicht so ganz von meiner Idee begeistert, mich wieder einmal von einem fehlgeschlagenen Backunternehmen runterziehen zu lassen. Aber dieses Mal war genau das Gegenteil der Fall: Wer hätte es gedacht, es hatte alles funktioniert. Der Kuchen hatte sogar geschmeckt.


Ich weiß nicht genau wie es mein Lieblingsmann geschafft hat, aber irgendwie habe ich meine Motivation zum Backen wiedergefunden. Es macht wieder Spaß und ich traue mich auch endlich wieder neue Kreationen auszuprobieren. Wie beispielsweise diesen Mandel-Mohn-Marmorkuchen mit dahinschmelzender Zartbitterglasur. 



Das benötigt ihr für eine Backform mit einem Durchmesser von circa 25 cm:

300 g Mehl
200 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
250 g Butter
300 ml Milch 
1 Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillezucker
3 mittelgroße Eier
Prise Salz
4 EL Speisestärke
1 Packung Zartbitterkuvertüre
1 Packung Mohnfüllung
 
Als Erstes den Ofen auf circa 200° C vorheizen, die Form mit etwas Butter einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Die Mohnfüllung mit etwas Milch in einer separaten Schüssel anrühren und beiseite stellen. Dann die trockenen Zutaten in einer weiteren Schüssel vermengen. Nur den Zucker gebt ihr nochmals in eine separate Schüssel. Zu dem Zucker gebt ihr die zimmerwarme Butter und die aufgeschlagenen Eier. Hier gebt ihr dann nach und nach die trockenen Zutaten hinzu bis sich ein glatter Teig ergibt.

Einen Teil des Teiges gebt ihr dann in die Form. Darauf verteilt ihr dann die Mohnmasse und schließlich den Rest des Teiges. Mit einer Gabel oder einem Löffel fahrt oder stecht ihr in den Teig um die typische Marmorierung zu erhalten. Bevor ihr die Form in den Ofen gebt, solltet ihr die Temperatur auf circa 160° C herunterdrehen. Für circa 45 min bleibt der Kuchen dann im vorgeheizten Ofen. Nach der Backzeit lasst ihr den Kuchen in der Form noch abkühlen, damit er gestürzt werden kann.


Zugegeben: An der Marmorierung darf ich noch arbeiten. Vielleicht sollte es kein Marmorkuchen sein sondern viel mehr ein Kuchen mit Mohnfüllung? Aber die Kombination aus Mohn und Mandeln hat mir sehr gut geschmeckt. Da ich es in dieser Woche leider nicht geschafft habe ein Outfit zu fotografieren, müsst ihr mal wieder mit einem Rezept vorlieb nehmen. Auch bei dem Kuchen war ich zu langsam mit dem Fotografieren. Scheinbar hat er geschmeckt, denn ich habe leider nur noch die Hälfte ablichten können.


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