Sonntag, 1. November 2015

Warten, Vorankommen, Verbessern, Fortschreiten: Fortschritt

 

Nicht nur in der Industrie, der Wirtschaft, der Wissenschaft oder der Politik ist mitunter das oberste Ziel der Fortschritt. Auch im Alltag  begegnet uns dieser Fortschritt fast überall. Meistens in Form eines Balkens. Ob nun bei der Kaffeemaschine, dem PC, dem Handy oder dem Fahrkartenautomaten. Überall zeigt uns ein Fortschrittsbalken an, wie lange wir noch warten müssen: Wie viel unserer kostbaren Zeit noch für das Warten auf den Fortschritt verwendet werden muss.


Wie gebannt starrt man auf diesen Balken und hofft, dass er möglichst bald das andere Ende erreicht und diese Situation beendet. Die meisten mir bekannten und persönlich durchlebten Situationen sehen meistens so aus: Windows kündigt mir das Upgrade zu Windows 10 an. Ich dachte mir in diesem Moment, dass ich jetzt endlich nachgeben werde und die Meldung nicht schon wieder - wie die vielen Male davor - wegdrücken werde. Also entschied ich mich kurzerhand für das Upgrade. Vielleicht hätte ich lieber noch einmal mehr darüber nachdenken sollen. Was nun folgte waren Downloads, Überprüfungen und Fortschrittsbalken in vielen verschiedenen Variationen. Aufeinmal musste ich mir zugestehen, dass das alles doch viel mehr Zeit in Anspruch genommen hatte als ich mir vor dieser Aktion noch gedacht hatte. Die Zeit verging wahnsinnig schnell. Angefangen hatte ich als es draußen noch hell war, mittlerweile aber war es bereits dunkel und ich verfluchte mich selbst immer und immer wieder. Bis später dann noch alles eingestellt ist und ich endlich wieder am Laptop arbeiten kann, wird es sicher nochmal einiges an Zeit kosten. Wieder einmal muss ich feststellen, dass ich nicht für die Arbeit mit Technik gemacht bin. Scheinbar umgibt mich eine schwarze Aura, die jedes technische Gerät realisiert und zum  Aufgeben bringt. Selbst mein Cloud-Speicher stellte sich hinterher gegen mich und wollte perdu meine Dateien nicht online hochladen. Also musste ich hier dann doch wieder zur altbewährten Variante des USB-Sticks greifen, um meine Daten zu überspielen. Irgendwann funktionierte auch wieder alles und ich konnte den Laptop wiede verwenden. Mittlerweile war es aber so spät, dass ich keinen Nerv mehr hatte meinen Univerpflichtungen nachzukommen.

Blazer: New Yorker - Hut: New Yorker (old) - Kleid: Clockhouse (old) - Tasche: Vintage - Stiefel: Rieker - Kette: h&m


Aus Verzweiflung über dieses ganze Unterfangen hatte ich mir dann die Kaffeemaschine vorgenommen, die schon seit ein paar Tagen entkalkt werden wollte. Nach den Vorbereitungen für den Entkalkungsvorgang erwartete mich natürlich auch bei der Kaffeemaschine ein Fortschrittsbalken. Wieder ein Balken, der scheinbar alles weiß und schier allmächtig zu sein scheint. Vielleicht hätte ich die ganze Sache an dem Tag auf sich beruhen lassen, aber leider musste das nun zu Ende gebracht werden. Also stellte ich mich auch dem Kaffeemaschinenentkalkungsfortschrittsbalken. Alles ging auch gut. Allerdings nur bis zu dem Moment, als ich merkte, dass sich unter der Maschine eine Pfütze bildete. Tja. Es war wohl einfach nicht mein Tag. Das Wasser kommt also auch an einer anderen Steller wieder raus. Wieder was gelernt. Während ich also versuchte den kleinen See unter der Maschine aufzuwischen, behielt ich immer wieder diesen Balken im Auge und hoffte auf ein baldiges Ende. 



An diesem Abend hatte ich vorerst genug von Fortschrittsbalken. Aber manchmal wäre so ein ganz persönlicher Fortschrittsbalken sicher nicht schlecht. Ein Balken der genau weiß was noch auf einen wartet und was noch erledigt werden muss. Wie wäre es mit einem Balken für Prüfungen, Hausarbeiten oder aber auch allgemein für das Leben? Vielleicht wäre ein Lebensfortschrittsbalken doch zu viel. Wer will denn da schon wissen, wann womöglich das Ende erreicht ist. Zu viel des Guten. Aber ein Alltagsfortschrittsbalken vielleicht? Dann wäre alles vielleicht planbarer und einfacher. Wer weiß. Kann nicht mal jemand so eine Beta-Version eines Fortschrittsbalkens für den Alltag erfinden? Ich würde mich zum Testen freiwillig melden. Vielleicht komme ich danach auch von dieser glorreichen Idee ab.



Mittlerweile komme ich aber mit Windows 10 zurecht und die Kaffeemaschine hat mich bisher auch nicht nochmal herausgefordert.  


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen