Sonntag, 28. Juni 2015

Der Drang zum Perfektionismus

Top: New Yorker, Kimono: Monki, Jeans: New Yorker, Schuhe: Deichmann, Kette: Primark,  Brille: Bijou Brigitte
Erwartungen. Man hat immer Erwartungen. Erwartungen an Freunde, Familie und Bekannte. Es gibt aber auch diese Erwartung an sich selbst. Diese Erwartungshaltung an sich selbst nimmt meist einen noch größeren Platz ein. Zumindest ist es bei mir der Fall. Andere Menschen sind seltens der Grund dafür, dass ich enttäuscht werde. Gründe für Enttäuschungen suche ich dann lieber bei mir selbst, damit ich bloß niemanden in irgendetwas mitreinziehe.


Ich möchte immer alles perfekt machen. Auf Anhieb soll alles gelingen. Der erste Versuch soll sitzen. Er muss sitzen. Genau das sind die Erwartungen, die ich an mich habe. Natürlich kann nicht alles gleich beim ersten Mal funktionieren. Klar ist es mir schon. Aber diese Wunschvorstellung in meinem Kopf sieht nun mal perfekt aus. Da sind Fehlversuche nicht vorgesehen. Ein Grund dafür, warum ich manche Dinge nur ein einziges Mal ausprobiere. Mir fehlt der Durchhaltewillen. Viel zu schnell verliere ich die Lust und die Motivation weiterzumachen.


Irgendwie ist das eine Art von Perfektionismus. Immer der Drang alles ins kleinste Detail durchzuplanen. Aufs alles wird geachtet. Meine Umwelt wird während dessen in den Wahnsinn getrieben. Alles muss stimmen. Wenn ich Referate vorbereite, dann müssen die perfekt sein. Üben, üben, üben. Das Durchsprechen des Vortrags darf keine Unstimmigkeiten haben. Wenn das der Fall sein sollte, dann kann ich die Nacht nicht schlafen und meine Gedanken drehen sich nur um den Vortrag. Verbesserungen, Lösungsansätze. Irgendwie muss das alles noch umgeändert werden. Ich mache mich im Vorfeld immer verrückt. Manchmal weiß ich nicht mehr wo mir der Kopf steht.


Ist der Vortrag erstmal rum, dann stellt sich mir die Frage: Warum verdammt nochmal hast du dir so einen Kopf gemacht? Letztlich läuft alles immer einwandfrei. Zumindest ist mein Verhalten nicht mehr so schlimm wie im ersten Semester. Es kann ja nur noch besser werden.



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