Sonntag, 12. Oktober 2014

Bist du glücklich?


"Bist du glücklich?"
"Wie kann man dich glücklich machen?"
"Warum sind die unterfränkischen Menschen glücklich?"


Ja, das sind die Fragen, die mir von einem Reporter des regionalen Radiosenders gestellt wurden. Ich wollte nach der Arbeit nur ein bisschen die wenigen Sonnenstrahlen und mein spätes Mittagessen genießen, bevor es dann auch wieder mit der Uni weiter gehen sollte. Und dann kam da dieser sehr motivierte unterfränkische Reporter und stellte diese Fragen zum Thema Glück. Völlig überrumpelt wusste ich im ersten Moment nicht was ich sagen sollte.



Aber danach schwirrten mir diese Fragen andauernd durch den Kopf. Nicht unbedingt die letztere, ob die unterfränkischen Menschen glücklich sind. Viel mehr die Fragen, ob ich glücklich bin und wie man mich glücklich machen kann. Während ich dann also von 18 bis 20 Uhr bei meinem Seminar im städtischen Archiv saß, machte ich mir Gedanken über Glück und Glücklichsein.



Bei solchen Fragen kommen einen meistens erst die schlechteren Dinge in Erinnerung: Schlechtes Wetter, der verpasste Bus, die unverschämte Omi aus dem Supermarkt, ... Eigentlich nur Banalitäten, wenn man noch einmal darüber nachdenkt.
Aber warum? Warum bleiben bei uns eher die schlechteren Ereignisse in Erinnerung?
Schalten wir die Nachrichten ein und sehen diese ganzen schlimmen Bilder von Krieg und Zerstörung, Krankheit und Tod auf der ganzen Welt... Sollten wir uns dann nicht glücklich schätzen? Sollten wir dann nicht froh sein, dass wir ein mehr oder weniger geregeltes Leben führen und keine Angst vorm Morgen haben müssen?
Wir haben ein Dach über den Kopf. Wir haben zu Essen und zu Trinken. Machen uns nach dem Aufstehen meist zu allererst Gedanken über unser heutiges Outfit. Welcher Schmuck passt am Besten dazu und welche Nagellackfarbe harmoniert perfekt mit den Outfitfarben.
Wir müssen keine Angst um unsere Freunde und Familie haben. Wir müssen nicht jeden Moment damit rechnen, dass sich aufeinmal das ganze Leben ins Schlechte ändert.


Wir sollten für unser Leben mit diesen kleinen Hochs und Tiefs dankbar und glücklich sein. Wir können Orte besuchen ohne größeren Hindernissen zu begegnen. Natürlich haben wir auch mal schlechte Tage, aber auf diese schlechten Tage folgen wieder gute und bessere Zeiten.


Ich habe mir vorgenommen vor allem diese kleinen Ereignisse zu schätzen. Die Kleinigkeiten in unserem Alltag, die wir viel zu schnell übersehen oder über die wir viel zu schnell hinwegsehen.
Die zufälligen Begegnungen in der Stadt mit der besten Freundin. Das Wiedersehen mit Freunden, die man lange Zeit nicht gesehen hat. Eine gute Note. Das letzte Lieblingsbrot im Regal beim Bäcker. Die Freude über Erdnusssoße bei deinem Asia-Imbiss, weil die sonst immer aus ist. Ein Brief von den Verwandten. Eine langvermisste Postkarte aus dem Urlaub kommt nach langer Zeit endlich an. Zeit mit meinen Lieben verbringen. Abends zusammen den neuen Tatort schauen. Neue Orte in der Stadt entdecken, in der man schon seit der Geburt lebt.


Vor allem aber das Wissen jemand wartet auf dich zu Hause und nimmt dich in den Arm. Egal wie schlecht der Tag war. Egal wie gemein die Welt an diesem Tag auch zu dir war. Zu Hause werde ich dann aufgefangen. Alles ist dann wieder gut. Und wenn man den Tag nochmal Revue passieren lässt, war doch alles gar nicht so schlimm.


Ich glaube ich bin glücklich. Ich bin mir sogar sicher. Ich bin glücklich.


Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche und liebste Grüße, 
Eure glückliche Frau Porzellan

Kommentare :

  1. Wunderschöner Text, der zum Nachdenken anregt!

    Liebe Grüße, Nicole von
    www.lipsticksandpics.blogspot.com

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    1. Danke dir, Nicole. Ich denke, genau das war auch mein Ziel ;)

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  2. ein toller post,sowohl text als auch bilder :)
    die frage sollte man sich echt stellen und wenn man nicht glücklich ist etwas verändern!
    oui ouii meine klausur lief ganz gut :) hattest du auch französisch? :)

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  3. danke :) haha okay :D wirklich gute sätze die du noch kannst :D italienisch ist bestimmt auch cool :)
    Oui c'est bon und ich habe sie sogar schon zurück :D und jetzt endlich herbstferien :)

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  4. Die Pusteblumenbilder sind richtig geil geworden - so scharf ! :))
    Und mir gefällt das letzte Bild :)

    withoutanyweight.blogspot.com

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  5. Ein toller Post und sehr wahre Worte! Da hat dich der Reporter aber überfallen mit seinen schwerwiegenden Fragen, aber manchmal ist es toll, aufgerüttelt zu werden und motiviert, das, was man hat, wieder mehr zu schätzen. (: Ein tolles Outfit und tolle Fotos, liebe Frau Porzellan!

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    1. Vielen Dank :)
      Im ersten Moment war ich wirklich etwas unsicher. Schließlich muss man bei so einen Thema einmal in sich reinhören und sich eben selbst fragen, ob man glücklich ist. Aber immer hin habe ich mir danach wirklich gedanken gemacht und du hast recht: man schätzt das was man hat wieder viel mehr! :)

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