Montag, 11. August 2014

Kind wieder sein

Nach einer Woche bin ich nun wieder zu Hause angekommen - müde, ausgelaugt, glücklich, irgendwie etwas erholt, eventuell um einige Erfahrungen reicher, aber dann  auch irgendwie krank...

Diese eine Woche von zu Hause weg sein ist jedes Jahr aufs Neue schwer und auch anders. Mein Freund und ich leben jetzt seit über einem Jahr zusammen - Dieses Jahr hatte sich das Wegfahren ganz anders angefühlt als letztes Jahr. Es war ein ganz anderes Gefühl - Jeden Tag die gleiche Person zu sehen, diese geliebte gleiche Person, an der man so hängt und die für einen alles bedeutet... Es ist ein tolles Gefühl... Aber dann 8 Tage am frühen Morgen aufzustehen und zu wissen, dass man nicht neben dieser einen Person aufwachen kann, hat mich etwas traurig gemacht... Aber als Ausgleich gab es dann viele lachende und zufriedene Kindergesichter :)




Dieses Jahr machten sich 42 Personen auf den Weg zum Zeltlager, dem "Chaos-Camp" - 31 Kinder und 11 Betreuer. Es war eine stressige, erholsame und wundertolle Woche: Die Kinder waren so süß und nett, manchmal aber auch etwas eigenwillig und nervig. 
Ich bin immer wieder fasziniert, wie unbeschwert man als Kind durch die Welt gehen kann. Ohne sich Gedanken über das Essen für den nächsten Tag zu machen. Einfach hier und jetzt Spaß haben und sich austoben. Spaß. Ganz viel Spaß haben. Rennen, toben, spielen, naschen - Spaß haben eben. Dafür sind Ferien ja schließlich da. Zumindest dann, wenn man noch in der Schule ist und seine Ferien genießen kann.
Liebend gerne würde ich meine "Semesterferien" auch genießen und viel, viel Spaß haben. Ohne viele Gedanken an den nächsten Tag, die nächste Woche oder einen Abgabetermin in einem Monat zu verschwenden. Genießen, erholen, leben, machen. Aber um so älter wir werden, um so mehr verlernen wir diese Leichtigkeit, dieses Nicht-über-irgendetwas-Nachdenken, dieses Einfach-drauf-los-rennen.
In dieser Woche habe ich mit 31 Kindern - mit 31 wundertollen, verschiedenen und einzigartigen Kindern Zeit verbringen können... und es hat mir Spaß gemacht. Wirklich. Bei der Nachtwanderung mitten im dunklen Wald für die Kleinen da zu sein und ihnen die Angst zu nehmen, obwohl man selbst wahnsinnige Angst hatte... Zu sehen, wie sie sich über die kleinsten Dinge freuen... 
Vielleicht sollten wir auch von diesen kleinen Menschen etwas lernen und nicht nur sie von uns... Wir sollten von ihnen die Leichtigkeit und Unbeschwertheit wiedererlernen, zumindest ein klein wenig. Wir sollten lernen uns auch über die kleinsten und alltäglichen Dinge freuen. Über einfache Gesten, die unseren Tag eben zu etwas besonderen machen.


Wir sollten ein klein wenig lernen wieder ein Kind zu sein. 

Liebste Grüße, 
Eure Frau Porzellan

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen