Samstag, 5. November 2016

Dieses Herren-Oversize-Strickzelt da

Die Temperaturen fallen. Es wird draußen nasskalt mit einem teilweise eisigen Wind. Die Sonne zeigt sich nur noch mäßig. Man geht im Dunkeln aus dem Haus und kommt im Dunkeln wieder nach Hause. Da ist er also, der Herbst. Mit den wundervoll gefärbten Blättern an den Bäumen und den großen Mengen an Laub auf dem Boden, welches einem das Vorankommen manchmal wahnsinnig erschwert.



Jetzt ist auf jeden Fall wieder Zeit die gemütlichen Strickteile aus dem Schrank zu kramen. Man kann ja nicht nur zu Hause auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und ein paar Folgen seiner Lieblingsserie - das ist bei mir aktuell Doctor Who - sitzen. Manchmal zwingt uns das Leben doch einen Fuß vor die Wohnung zu setzen und nimmt nicht unbedingt darauf Rücksicht, wie sich das Wetter gerade verhält. Ich liebe Strickteile in jeglichen Variationen. Ob nun als Kleid, Pullover oder Jacke. 



Mantel: h&m - Hut: New Yorker - Schuhe: Anna Field - Gürtel: Asos - Pulli/Kleid: Review - Tasche: Vintage
Hier darf ich euch eines meiner neuen Lieblingsstücke zeigen. Ursprünglich war es als Pullover für die Herrenwelt gedacht. Ich habe es einfach umfunktioniert. Bei meiner Größe kommt ein Herren-Oversize-Strickpulli schon eher einem Kleid nahe und ich habe in diesem Teil gleich mehr gesehen als das riesige Männerzelt. Ich habe dieses Pulli-Kleid-Dings mittlerweile wahnsinnig liebgewonnen. Es ist so bequem und warm. Mein Lieblingsmann war auch eher skeptisch, aber ich konnte ihn mit dem Outfit dann doch überzeugen. 



Mehr und mehr entdecke ich die Herrenabteilungen für mich. Bei Zara habe ich mir schon einen Mantel aus der Herrenabteilung gegönnt und ich liebe dieses Stück überalles. Ich musste mir nur die Ärmel etwas kürzen. Einige Strickpullover in meinem Schrank habe ich den Herren auch weggekauft, sorry. Aber die Schnitte und die Verarbeitung sagen mir da manchmal eher zu als die Damenversionen. In einige Damenteile passe ich dann leider auch nicht rein. Es war eine große Macherei bis ich beispielsweise meinen Zaramantel endlich gefunden hatte. Viele Damenvarianten gefielen mir nicht von der Verarbeitung. Wenn mir dann mal einer gefallen hatte, fühlte ich mich entweder wie in einem Korsett oder hätte den Mantel gleich als Zelt für den nächsten Urlaub einpacken können. Umso glücklicher war ich dann in der Herrenabteilung im Zara, als ich dann meinen neuen Begleiter in dunkelblau entdeckte. Manchmal ist es gar nicht so einfach in das Konfektionsbild der großen Ketten zu passen. Mit 1,60 m und einer Kleidergröße von 40/42 ist es scheinbar schwieriger dem Bild der Modewelt auf Anhieb zu entsprechen.





Dienstag, 25. Oktober 2016

Colors of Istria - Die Küstenstadt Poreč

Was mich an Kroatien wohl mit unter am meisten gefangen hat, ist dieser unglaubliche Mix verschiedener Kulturen. Venedig, Italien oder auch Österreich: Hier und da haben sie ihre Spuren hinterlassen haben. Ob es nun um die Häuser mit dem venezianischen Löwen geht, um den Palatschinken als kleines Dessert, das gute italienische Eis oder auch die alten Wege und Tempel der Römer. Es ist ein wirklich wundervoller Mix, der einfach auf seine Art so gut harmoniert und die Region Istrien zu etwas besonderen macht. Und da wir während unserer Zeit in Kroatien so viele verschiedene Eindrücke gesammelt hatten, sind doch mehr Bilder in diesen Post gekommen als ich eigentlich geplant hatte. :)




Poreč gehört mit zu den größten und bedeutendsten Städten der istrischen Küste und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon die Römer bauten an dieser Stelle eine Stadt auf. Noch heute kann man teilweise auf den originalen Pflastersteinen der Römer spazieren gehen. Auch die römischen Namen der zwei großen Hauptstraßen der Altstadt wurden bis heute beibehalten. Hier wandelt man sozusagen auf den Spuren der Vergangenheit und kann sogar noch Reste einer römischen Tempelanlage entdecken. 




Die kleine Altstadt wurde zum Teil aus wunderschönen weißen Marmor errichtet und ist gesäumt von vielen verschiedenen venezianischen Palazzi. Palazzo an Palazzo. Jeder versucht den Nachbarn in seiner Größe und dem Prunk zu überbieten. Zumindest war es bei einigen dieser Häuser in der Vergangenheit so. Manchmal wirkt es so, als wären die prachtvollen Gebäude in eine winzige vorhandene Lücke hineingequetscht worden. 




Es gibt viele kleine verwinkelte Gässchen, die einem wieder eine andere wunderschöne Ecke dieses Städtchens zeigen. In einem Hinterhof entdeckten wir eine Auffangstation für Straßenkatzen, die von einem älteren Herren ehrenamtlich betrieben wird. Man entdeckt immer etwas Neues und kann den Weg zum Meer nie verfehlen. So ziemlich jedes Gässchen oder Sträßchen mündet auf der Landzunge unweigerlich irgendwann an der breiten Strandpromenade. Hier kann man entlang an der alten Stadtmauer einmal rund um die Altstadt am Meer spazieren.











Das wohl bekannteste Gebäude Porečs ist die Euphrasius-Basilika. Ein großer Gebäudekomplex, welcher sich seit mehr als 1000 Jahren immer und immer wieder etwas verändert hat. Das Eintrittsgeld von umgerechnet 5 € sind wirklich gut angelegt. Man kann sich nicht nur die verschiedenen Räume der Basilika ansehen sondern auch auf den Glockenturm steigen. Von dort aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Altstadt und diese Aussicht lohnt sich wirklich. Beim Beischtigen der verschiedenen Räumlichkeiten kommt man auch in die ehemaligen Bischofsräume, die mit wundervollen Stukarbeiten verziert sind. Sehr beeindruckend sind auch die zahlreichen, jahrhundertealten Mosaikböden. In der weitzurückliegenden Vergangenheit wurde durch einen Bischof die frühere Kirche abgerissen und ein neuer, prunkvoller Kirchenbau auf den Grundmauern errichtet. Heute kann man diese Grundmauern mit dem filigran-gearbeiteten Mosaikboden wieder bestaunen.










Auch der kleine Hafen voller Fischkuttern und Segelbooten ist ein Besuch wert. Wie gesagt ist der Hafen zwar klein, aber das Schlendern vorbei an den Booten hat auch seinen Charme. Zwischen den hochpreisigen Luxusvarianten findet man immer wieder Boote, die vom Wetter gezeichnet sind und schon einige Jahre zur See fahren. Alt und neu nebeneinander. Dieses Nebeneinander findet man immer wieder. Vielleicht nicht nur im Hafen sondern auch in den Städten. Gepflegte und renovierte Palazzi stehen hier neben leicht maroden, etwas schief geratenen und nicht mehr neuesten Häusern. Aber genau das bringt diese tolle Abwechslung in das Stadtbild. Genau das macht es irgendwie aus.






Donnerstag, 13. Oktober 2016

Colors of Istria - Ankommen

Leugnen kann man es jetzt wohl nicht mehr: Der Sommer ist wohl nun endgültig vorbei. Meine Sandalen sind gut verstaut unter dem Bett und warten auf ihren nächsten Einsatz. Langsam kann man sogar schon die dicken Mäntel aus dem Schrank hervorholen. Die Temperaturen sinken weiter, das Wetter macht so ziemlich das, was es will, und die Sonne zeigt sich auch nur noch für ein paar Stunden am Tag. Was dagegen hilft? Eine heiße Tasse Tee, warme Socken und ebenso warme Gedanken.

Wer mir auf Instagram folgt und die letzten Posts auf dem Blog gelesen hat, dem ist sicherlich nicht entgangen, dass wir unseren Sommerurlaub in Kroatien verbacht haben. Ein Reiseziel, was schon längere Zeit auf unserer Liste stand. Schon vor 8 Jahren haben wir uns dieses Land angesehen und haben dort zwei Wochen verbracht. Für mich war dieser vergangene Urlaub in dem Land etwas völlig neues: Eine ganz andere Mentalität als bei uns in Deutschland, ebenso ein anderes Klima, das wundervoll azurblaue Meer, eine andere Währung und leider auch noch sichtbare Überbleibsel des Krieges. Schon zu dieser Zeit wirkten so viele verschiedene Eindrücke auf mich, dass ich sie eigentlich gar nicht alle verarbeiten konnte. Umso mehr ein Grund diesem Land am Mittelmeer wieder einen Besuch abzustatten.
Eigentlich planten wir zunächst zu zweit zu fahren. Aufeinmal waren wir zu viert. Dann aufeinmal zu sechst. Aus unserer geplanten Two-Men-Holiday wurde ganz schnell ein Familienurlaub mit den Schwiegereltern, meinem Papa und Bruder. Jetzt im Nachhinein bin ich über diese spontane Entwicklung aber wahnsinnig froh, denn es war wirklich ein toller Urlaub. 



Gestartet sind wir Ende August aus Würzburg. Da wir leider nicht wie gehofft auf der Autobahn vorankamen, mussten wir in Österreich zwischen übernachten. Dafür machten wir im Maltatal auf einem Campingplatz halt und dieser Campingplatz war wirklich toll. Warum? Weil es dort Tiere zum Streicheln gab und kleine Kätzchen herumspaziert sind. Eigentlich ist Österreich ein viel zu schönes Land um immer nur durchzufahen ohne einmal Halt zu machen. Dieses Tal war malerisch schön. Genauso wie das nahegelegene Städtchen Gmünd mit seinen kleinen verwinkelten Gässchen. Nachdem wir uns am nächsten Morgen  in einem original österreichischen Kaffeehaus gestärkt hatten, ging unsere Reise weiter in Richtung Süden mit dem Ziel bis nach Kroatien durchzufahren. 








Am Nachmittag hatten wir es dann geschafft. Nach mehreren Stunden im Auto sind wir endlich angekommen. Im Vorfeld hatten wir uns bereits einen Campingplatz bei Novigrad herausgesucht, den wir nun auch angefahren sind: Camping Lanterna - Ein Campingplatz mit vier Sternen und einer fast unvorstellbaren Größe. Der ganze Platz erstreckt sich über zwei Buchten. Unter Pinien mit dezenten Meerblick fanden wir unseren Platz und es war so ein tolles Gefühl. Der Geruch von Pinien, die zarten Sonnenstrahlen, die Eichhörnchen über uns, die angenehme Temperatur und das glasklare Meer. Hier kann man es aushalten. Aber was uns alle wohl am meisten faszinierte waren diese unglaublichen Farben vom Meer, vom Himmel, einfach von allem.